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mittelmäßig prädiziert sei, doch sei auf das überraschende Deklamationstalent aufmerksam
gemacht, das ihn als dereinstigen geistlichen Redner empfehle."
Im Jahre 1820 bezog Wilhelm Hauff die Universität in Tübingen. Er wohnte im "Stift",
widmete sich sehr regelmäßig den theologischen Seminararbeiten und betrieb ein
geordnetes Philologiestudium. Führte doch sehr oft der Weg zur Landpfarre über den Posten
eines Gymnasiallehrers. Er verkehrte in den Häusern seiner Lehrer, zeigte sich aber auch
begeistert für das studentische Leben aufgeschlossen, ohne Exzesse mitzumachen. Im
Gegensatz zu Kommilitonen trat er zu dieser Zeit noch nicht schriftstellerisch hervor.
Noch in seine Universitätsjahre fiel der Beginn einer herzlichen Liebe, die vier Jahre später
zu seiner Vermählung führte. 1823 war er auf einer Herbstferienreise über Ulm und
Donauwörth nach Nördlingen zu Besuch bei seiner Tante eingetroffen, die dort als
wohlhabende Kaufmannswitwe lebte. Seine hübsche Cousine Luise und der junge, frohe
Student mit dem gelockten Haar, der hohen Stirn, den schönen klaren Augen, dem
scharfgeprägten Mund und Kinn wie wir ihn von Stichen kennen fanden sich in rasch
entflammter Liebe, die zu einem erst heimlichen Briefwechsel und schon 1824 zur von der
Tante gebilligten Verlobung führte. Um diese Zeit entstehen seine Lieder, Liebes- und
Soldatengedichte. Berühmt wurden nur wenige, wie "Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir
zum frühen Tod" und "Steh ich in finstrer Mitternacht".
Hauffs unvergängliche Jugendliebe, die seinen Lebensweg maßgeblich beeinflußte und ihn
vom Pfarramt weg zur schriftstellerischen Laufbahn führte, ließ ihn 4 Jahre später, nach
seiner Vermählung, ausrufen: "Wer hat mir diesen Stern der Liebe erhalten, der über
meinem Leben wie eine Sonne leuchtet? Ich fühle es, ich wurzelte vorher nicht auf der Erde,
die Liebe zu diesem liebenswürdigen Wesen hat mich gelehrt, über mich selbst zu denken,
hat mir die Kraft gegeben, mir eine Bahn zu brechen, eine Kraft, die mir bis heute
unerklärlich ist."
So ändert er seinen Lebensplan, den er nunmehr in literarischer Betätigung, in
schriftstellerischer Arbeit sah weitab vom Pfarrberuf. Sein Studium schloß er trotzdem
ordnungsgemäß ab. Er zeichnete sich in diesen Jahren als lebendiger Erzähler im
Freundeskreise aus, der nach Schwab "den engeren Kreis seiner Freunde ergötzte": "...
durch seine glücklichen Einfälle, seine Gesprächigkeit und Munterkeit, seine Extravaganz
und dabei seine Besonnenheit im Zustande burschikoser und geselliger Exaltation. Obgleich
jugendlich eitel, reizbar und empfindlich, höre er doch mit seinem Humor nicht wie so viele
Humoristen an sich selber auf, sondern er war der erste, der seine eigenen kleinen
Schwachheiten zu bespötteln und in ihrer Beharrlichkeit als Karikatur an sich selbst
darzustellen keine Bedenken trug."
Als Magister und Doktor der Philosophie hatte Wilhelm Hauff seine Studien an der Tübinger
Universität beendet, am 27. Oktober 1824 war er von der Universitä t geschieden. Die
Meinung über seine Fähigkeiten hatten sich geändert, Konsistorialrat Klaiber riet seinem
jungen Verwandten, sich auf Erlangung einer Professur vorzubereiten. Im Hause des
württembergischen Generals und Kriegsratspräsidenten von Hügel in Stuttgart sollte er
hierzu die nötige Zeit finden. Die Hochzeit mußte hinausgeschoben werden.
Im Hause Hügel wurde Hauff trotz seiner Hauslehrerstellung als Gleichberechtigter
aufgenommen. Hier genoß er nicht nur die unbefangene Geselligkeit, sondern er erwarb
auch die Umgangsformen und die Lebenssicherheit, die ihn später vorteilhaft auszeichneten.
Seine Zöglinge beanspruchten nicht seine ganze Zeit; er bereitete sich auf die letzte höhere
Prüfung vor, seine Predigten mit Beifall aufgenommen in der Schloßkirche gehörten
dazu, die Prüfung bestand er 1825. Aber auch die Zusammenstellung seiner Skizzen zu den
"Memoiren des Satans" einer Satire über das Studentenleben wurde beendet. Und in
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