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Mann, indem er die Räuber der Reihe nach anblickte; "eure Mienen bestätigen es
Almansor ist gefallen."
"Almansor ist gefallen", antworteten die Männer, "aber hier, Selim, Beherrscher der Wüste,
ist sein Mörder, und wir bringen ihn, damit du ihn richtest; welche Todesart soll er sterben?
Sollen wir ihn aus der Ferne mit Pfeilen erschießen, sollen wir ihn durch eine Gasse von
Lanzen jagen, oder willst du, daß er an einem Strick aufgehängt oder von Pferden zerrissen
werde?"
"Wer bist du?" fragte Selim, düster auf den Gefangenen blickend, der zum Tod bereit, aber
mutig vor ihm stand.
Said beantworte seine Frage kurz und offen.
"Hast du meinen Sohn meuchlings umgebracht? Hast du ihn von hinten mit einem Pfeil oder
einer Lanze durchbohrt?"
"Nein, Herr!" entgegnete Said. "Ich habe ihn in offenem Kampfe beim Angriff auf unsere
Reihe von vorne getötet, weil er schon acht meiner Genossen vor meinen Augen erschlagen
hatte."
"Ist es also, wie er sprach?" fragte Selim die Männer, die ihn gefangen hatten.
"Ja, Herr, er hat Almansor in offenem Kampfe getötet", sprach einer der Gefragten.
"Dann hat er nicht mehr und nicht minder getan, als wir selbst getan haben würden",
versetzte Selim, "er hat seinen Feind, der ihm Freiheit und Leben rauben wollte, bekämpft
und erschlagen; drum löset schnell seine Bande!"
Die Männer sahen ihn staunend an und gingen nur zaudernd und mit Widerwillen ans Werk.
"So soll der Mörder deines Sohnes, des tapferen Almansor, nicht sterben?" fragte einer,
indem er wütende Blicke auf Said war. "Hätten wir ihn lieber gleich umgebracht!"
"Er soll nicht sterben!" rief Selim. "Und ich nehme ihn sogar in mein eigenes Zelt auf , ich
nehme ihn als meinen gerechten Anteil an der Beute, er sei mein Diener."
Said fand keine Worte, dem Alten zu danken; die Männer aber verließen murrend das Zelt,
und als sie den Weibern und Kindern, die draußen versammelt waren und auf Saids
Hinrichtung warteten, den Entschluß des alten Selim mitteilten, erhoben sie ein schreckliches
Geheul und Geschrei und riefen, sie würden Almansors Tod an seinem Mörder rächen, weil
sein eigener Vater die Blutrache nicht üben wollte.
Die übrigen Gefangenen wurden an die Horden verteilt, einige entließ man, um Lösegeld für
die reicheren einzutreiben, andere wurden zu den Herden als Hirten geschickt, und manche,
die vorher von zehn Sklaven sich bedienen ließen, mußten die niedrigsten Dienste in diesem
Lager versehen. Nicht so Said. War es sein mutiges, heldenmäßiges Aussehen oder der
geheimnisvolle Zauber einer gütigen Fee, was den alten Selim für den Jüngling einnahm?
Man wußte es nicht zu sagen, aber Said lebte in seinem Zelt mehr als ein Sohn denn als
Diener. Aber die unbegreifliche Zuneigung des alten Mannes zog ihm die Feindschaft der
übrigen Diener zu. Er begegnete überall nur feindlichen Blicken, und wenn er allein durchs
Lager ging, so hörte er ringsumher Schimpfworte und Verwünschungen ausstoßen, ja einige
Male flogen Pfeile an seiner Brust vorüber, die offenbar ihm gegolten hatten, und daß sie ihn
nicht trafen, schrieb er nur dem Pfeifchen zu, das er noch immer auf der Brust trug und
welchem er diesen Schutz zu danken glaubte. Oft beklagte er sich bei Selim über diese
Angriffe auf sein Leben, aber vergebens suchte dieser die Meuchelmörder ausfindig zu
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