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ich freue mich auch nie, und es ist mir, als wenn ich nur halb lebte. Könntet Ihr das Steinherz
nicht ein wenig beweglicher machen? Oder gebt mir lieber mein altes Herz. Ich h atte mich
in fünfundzwanzig Jahren daran gewöhnt, und wenn es zuweilen auch einen dummen
Streich machten, so war es doch munter und ein fröhliches Herz."
Der Waldgeist lachte grimmig und bitter. "Wenn du einmal tot bist, Peter Munk", antwortete
er, "dann soll es dir nicht fehlen; dann sollst du dein weiches, rührbares Herz wiederhaben,
und du kannst dann fühlen, was kommt: Freud oder Leid. Aber hier oben kann es nicht mehr
dein werden! Doch Peter, gereist bist du wohl, aber so, wie du lebtest, konnte es dir nichts
nützen. Setze dich jetzt hier irgendwo in den Wald, bau ein Haus, heirate, treibe dein
Vermögen um, es hat dir nur an Arbeit gefehlt; weil du müßig warst,, hattest du Langeweile
und schiebst jetzt alles auf dieses unschuldige Herz." Peter sah ein, daß Michel recht habe,
was den Müßiggang beträfe, und nahm sich vor, reich und immer reicher zu werden. Michel
schenkte ihm noch einmal hunderttausend Gulden und entließ ihn als seinen guten Freund.
Bald vernahm man im Schwarzwald die Märe, der Kohlen-Munk-Peter oder Spielpeter sei
wieder da, und noch viel reicher als zuvor. Es ging auch jetzt wie immer; als er am Bettelstab
war, wurde er in der Sonne zur Türe hinausgeworfen, und als er nun an einem
Sonntagnachmittag seinen ersten Einzug dort hielt, schüttelten sie ihm die Hand, lobten sein
Pferd, fragten nach seiner Reise, und als er wieder mit dem dicken Ezechiel um harte Taler
spielte, stand er in der Achtung so hoch als je. Er trieb jetzt aber nicht mehr das
Glashandwerk, sondern den Holzhandel, aber nur zum Schein. Sein Hauptgeschäft war, mit
Korn und Geld zu handeln. Der halbe Schwarzwald wurde ihm nach und nach schuldig, aber
er lieh Geld nur auf zehn Prozente aus oder verkaufte Korn an die Armen, die nicht gleich
zahlen konnten, um den dreifachen Wert. Mit dem Amtmann stand er jetzt in enger
Freundschaft, und wenn einer Herrn Peter Munk nicht auf den Tag bezahlte, so ritt der
Amtmann mit seinen Schergen hinaus, schätzte Haus und Hof, verkaufte flugs und trieb
Vater, Mutter und Kind in den Wald. Anfangs machte dies dem reichen Peter einige Unlust,
denn die armen Ausgepfändeten belagerten dann haufenweise seine Türe, die Männer
flehten um Nachsicht, die Weiber suchten das steinerne Herz zu erweichen, und die Kinder
winselten um ein Stücklein Brot. Aber
angeschafft hatte, hörte diese Katzenmusik, wie er sie nannte, bald auf. Er piff und hetzte,
und die Bettelleute flogen schreiend auseinander. Am meisten Beschwerde machte ihm das
alte Weib. Das war aber niemand anders als Frau Munkin, Peters Mutter. Sie war in Not und
Elend geraten, als man ihr Haus und Hof verkauft hatte, und ihr Sohn, als er reich
zurückgekehrt war, hatte nicht mehr nach ihr umgesehen. Da kam sie nun zuweilen, alt,
schwach und gebrechlich, an einem Stock vor das Haus. Hinein wagte sie sich nicht mehr,
denn er hatte sie einmal weggejagt; aber es tat ihr wehe, von den Guttaten anderer
Menschen leben zu müssen, da der eigene Sohn ihr ein sorgenloses Alter hätte bereiten
können. Aber das kalte Herz wurde nimmer gerührt von dem Anblicke der bleichen
wohlbekannten Züge, von den bittenden Blicken, von der welken, ausgestreckten Hand, von
der hinfälligen Gestalt. Mürrisch zog er, wenn sie sonnabends an die Türe pochte, einen
Sechsbätzner hervor, schlug ihn in ein Papier und ließ ihn hinausreichen durch einen
Knecht. Er vernahm ihre zitternde Stimme, wenn sie dankte und wünschte, es möge ihm
wohlgehen auf Erden; er hörte sie hüstelnd von der Türe schleichen, aber er dachte weiter
nicht mehr daran, als daß er wieder sechs Batzen umsonst ausgegeben.
Endlich kam Peter auf den Gedanken zu heiraten. Er wußte, daß im ganzen Schwarzwald
jeder Vater ihm gerne seine Tochter geben würde; aber er war schwierig in seiner Wahl,
denn er wollte, daß man auch hierin sein Glück und seinen Verstand preisen sollte; daher ritt
er umher im ganzen Wald, schaute hier, schaute dort, und keine der schönen
Schwarzwälderinnen deuchte ihm schön genug. Endlich, nachdem er auf allen Tanzböden
umsonst nach der Schönsten ausgeschaut hatte, hörte er eines Tages, die Schönste und
Tugendsamste im ganzen Wald sei des armen Holzhauers Tochter. Sie lebe still und für
sich, besorge geschickt und emsig ihres Vaters Haus und lasse sich nie auf dem Tanzboden
sehen, nicht einmal zu Pfingsten und Kirchweih. Als Peter von diesem Wunder des
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