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rückten gegen sie vor und bedeuteten ihnen, sie müßten folgen und vor dem
kommandierenden Major sich über ihre Reise ausweisen. Als sie noch etwa fünfzig Schritte
gegangen waren, sahen sie links und rechts im Gebüsch Gewehre blitzen, eine große Schar
schien den Wald besetzt zu haben. Der Major saß mit mehreren Offizieren und anderen
Männern unter einer Eiche. Als die Gefangenen vor ihn gebracht wurden und er eben
anfangen wollte, sie zu examinieren über das Woher und Wohin, sprang einer der Männer
auf und rief: "Mein Gott, was sehe ich, das ist ja Gottfried, unser Jäger!" "Jawohl, Her
Amtmann!" antwortete der Jäger mit freudiger Stimme. "Das bin ich, und wunderbar gerettet
aus der Hand des schlechten Gesindels."
Die Offiziere erstaunten, ihn hier zu sehen; der Jäger aber bat den Major und den Amtmann,
mit ihm beiseite zu treten, und erzählte in kurzen Worten, wie sie errettet worden und wer der
dritte sei, welcher ihn und den jungen Goldschmied begleitete.
Erfreut über diese Nachricht, traf der Major sogleich seine Maßregeln, den wichtigen
Gefangenen weitertransportieren zu lassen, den jungen Goldschmied aber führte er zu
seinen Kameraden, stellte ihn als den heldenmütigen Jüngling vor, der die Gräfin durch
seinen Mut und seine Geistesgegenwart gerettet habe, und alle schüttelten Felix freudig die
Hand, lobten ihn und konnten nicht satt werden, sich von ihm und dem Jäger ihre Schicksale
erzählen zu lassen.
Indessen war es völlig Tag geworden. Der Major beschloß, die Befreiten selbst bis in die
Stadt zu begleiten; er ging mit ihnen und dem Amtmann der Gräfin in das nächs te Dorf, wo
ein Wagen stand, und dort mußte sich Felix zu im in den Wagen setzen; der Jäger, der
Student, der Amtmann und viele andere Leute ritten vor und hinter ihnen, und so zogen sie
im Triumph der Stadt zu. Wie ein Lauffeuer hatte sich das Gerücht von dem Überfall in der
Waldschenke, von der Aufopferung des jungen Goldarbeiters in der Gegend verbreitet, und
ebenso reißend ging jetzt die Sage von seiner Befreiung von Mund zu Mund. Es war daher
nicht zu verwundern, daß in der Stadt, wohin sie zogen, die Straßen gedrängt voll Menschen
standen, die den jungen Helden sehen wollten. Alles drängte sich zu, als der Wagen
langsam hereinfuhr. "Das ist er", riefen sie, "seht ihr ihn dort im Wagen neben dem Offizier!
Es lebe der brave Goldschmiedejunge!, und ein tausendstimmiges "Hoch!" füllte die Lüfte.
Felix war beschämt, gerührt von der rauschenden Menge. Aber noch ein rührenderer Anblick
stand ihm auf dem Rathause der Stadt bevor. Ein Mann von mittleren Jahren, in reichen
Kleidern, empfing ihn an der Treppe und umarmte ihn mit Tränen in den Augen. "Wie kann
ich dir vergelten, mein Sohn!" rief er. "Du hast mir viel gegeben, als ich nahe daran war,
unendlich viel zu verlieren! Du hast mir die Gattin, meinen Kindern die Mutter gerettet, denn
ihr zartes Leben hätte die Schrecken einer solchen Gefangenschaft nicht ertragen." Es war
der Gemahl der Gräfin, der diese Worte sprach. Sosehr sich Felix sträuben mochte, einen
Lohn für seine Aufopferung zu bestimmen, so unerbittlich schien der Graf darauf bestehen
zu wollen. Da fiel dem Jüngling das unglückliche Schicksal des Räuberhauptmanns ein; er
erzählte, wie er ihn gerettet, wie diese Rettung eigentlich der Gräfin gegolten habe. Der Graf,
gerührt nicht sowohl von der Handlung des Hauptmanns als von dem neuen Beweis einer
edlen Uneigennützigkeit, den Felix durch die Wahl seiner Bitte ablegte, versprach das
Seinige zu tun, um den Räuber zu retten.
Noch an demselben Tag aber führte der Graf, begleitet von dem wackern Jäger, den jungen
Goldschmied nach seinem Schlosse, wo die Gräfin, noch immer besorgt um das Schicksal
des jungen Mannes, er sich für sie geopfert, sehnsuchtsvoll auf Nachrichten wartete. Wer
beschreibt ihre Freude, als ihr Gemahl, den Retter an der Hand, in ihr Zimmer trat? Sie fand
kein Ende, ihn zu befragen, ihm zu danken; sie ließ ihre Kinder herbeibringen und zeigte
ihnen den hochherzigen Jüngling, dem ihre Mutter so unendlich viel verdankte, und die
Kleinen faßten seine Hände, und der zarte Sinn ihres kindlichen Dankes, ihre Versicherung,
daß er ihnen nach Vater und Mutter auf der ganzen Erde der Liebste sei, waren ihm die
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